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Besuch des Killeen Police Department am 21.12.2006
Im Rahmen eines 3-wöchigen Urlaubsaufenthaltes in Killeen (Texas, USA) erhielt ich die Möglichkeit, dem Killeen Police Department (KPD) einen Besuch abzustatten. Diesem Besuch ging ein intensiver Kontakt via E-Mail voraus. Ich stellte mich als Polizeibeamter vor, der als Mitglied der IPA Deutschland, VbSt Montabaur, ein starkes Interesse an der Arbeit der Polizei in den USA hat.
Der Schriftverkehr wurde mit der Vorgesetzten der uniformierten Polizei des KPD, Captain Margret Young geführt. Schon der erste Kontakt wurde in lockerem und freundlichem Ton geführt und es entstand bereits hier ein Gefühl der kollegialen Zusammengehörigkeit.
Am Tag des Treffens wurde ich durch Cpt. Margret Young in Empfang genommen . Nach einer sehr freundlichen Begrüssung teilte Sie mit, dass mein vorgesehener Begleiter kurzfristig erkrankt war. Es wurde daher ein anderer Officer gebeten, sich meiner an diesem Tag anzunehmen.
Mit Officer Mc Daniel begab ich mich dann in einem Streifenwagen des KPD auf Streife. Schon zu Beginn der Streife wurde schnell klar, hier ist einiges anders. Zum einen die Tatsache, dass Polizeibeamte alleine auf Streifenfahrt gehen, zum anderen die Ausstattung der Streifenwagen. Ein fest im Fahrzeug eingebauter Computer ermöglicht es den Kollegen, jederzeit alle für anstehende Einsätze erforderlichen Informationen abzurufen und darüber hinaus schriftlich (einer Art Chatroom) mit der Einsatzzentrale Verbindung zu halten.

Dienstgebäude des KPD Officer Toni Mc Daniel
Im Rahmen der Streife wurden wir im Verlauf des Tages zu den unterschiedlichsten Einsätzen beordert.
Zunächst hatte ein Mann versucht, sich mittels einer Überdosis Medikamente das Leben zu nehmen. Da sich bei unserem Eintreffen bereits Rettungskräfte um die Person kümmerten,
wurden mit der Ehefrau die näheren Umstände des Suizidversuches sowie die weitere Vorgehensweise hinsichtlich ihres Mannes besprochen.
Da unmittelbar keine weiteren Einsätze anstanden, fuhren wir anschließend zu der ausserhalb gelegenen Ausbildungsstätte des KPD, auch bekannt unter der Bezeichnung “Police Academy”. Hier wurden mir dann die verschiedenen Räumlichkeiten und Ausbildungsstätten, einschl. einer Freiluft Schiessanlage vorgeführt. Ebenfalls ist in diesem Gelände ein separates Sicherstellungsgelände für alle Arten von Fahrzeugen integriert, welche entweder nach Verkehrsunfällen oder im Rahmen von sonstigen Einsätzen sichergestellt / beschlagnahmt wurden. Eine Sicherstellung von Fahrzeugen auf dem Gelände des beauftragten Abschleppunternehmens ist hier gänzlich unüblich.

Offizielle Bezeichnung der Academy (li.) sowie deren Wimpel (re.)
Unmittelbar, nachdem wir das Gelände der Police Academy verlassen hatten, trafen wir uns mit mehreren Fahrzeugen an einem nahegelegenen Highway.
Dort wurde eine Besprechung abgehalten in der es darum ging, einen in unmittelbarer Nähe wohnenden Sexualstraftäter festzunehmen. Der Gesuchte sollte, nach einem Hinweis aus der Bevölkerung, festgenommen werden.
Sofort nach Eintreffen an dessen Wohnadresse wurde diese umstellt und der Gesuchte, auch wegen des entschlossenen und professionellen Vorgehens der Kollegen, ohne jede Möglichkeit der Flucht oder des Widerstandes, zu Boden gebracht und festgenommen.

Besprechung unmittelbar Der Festgenommene wird zum vor der Festnahme County Jail verbracht
Da bis zu diesem Zeitpunkt ein recht ausgefüllter Vormittag vergangen war (die kleineren Einsätze wie Familienstreitigkeiten, Verkehrsunfälle, Fahndungen nach VU Flucht pp. werden aus Platzmangel nicht erwähnt) war es an der Zeit für eine Stärkung in einem Schnellrestaurant.
Allerdings dauerte die Freude am Mittagessen nicht lange an: Noch während der Mahlzeit wurden mehrere Besatzungen zu einer Wohnanschrift beordert, an der sich ein gesuchter Mörder aufhalten solle.
Wiederum trafen sich die eingesetzten Kräfte an einer geeigneten Stelle, um eine Einsatzbesprechung durchzuführen.
Die anschließende Durchsuchung des Hauses verlief jedoch ohne Erfolg, die gesuchte Person hielt sich nicht mehr im Haus auf. Nach einer kurzen Abschlußbesprechung führten die einzelnen Streifen ihre Streifenfahrten fort.
Im Gegensatz zu dem mit Einsätzen voll gestopften Vormittag verlief der weitere Nachmittag eher ruhig und verging dann relativ zügig.
Zur Dienststelle zurückgekehrt wurde dann der „offizielle Teil“ des Tages in Angriff genommen.

Überreichung des IPA Wimpels der Vbst. Montabaur an Cpt. Margret Young.
In einem abschließend geführten Gespräch wurde dann klar, ich hielt mich hier, aus Sicht der IPA, im Niemandsland auf. Offensichtlich ist die IPA in Texas unter einem Großteil der Kollegen entweder gar nicht oder nur vom Hörensagen bekannt. Um ein ebenso dichtes IPA Netz, vergleichbar dem Europäischen, aufzubauen, bedarf es hier noch einiger Pionierarbeit.
(Vor meinem Abflug in die USA gab es nur eine offizielle Stelle der IPA in Houston, Texas.)
Ich hoffe daher, mit meinem Besuch und meinem Aufenthalt ein wenig Werbung und damit zu einer Verbreitung der IPA in Texas beigetragen zu haben.
Des weiteren habe ich in dieser Zeit viele nette, hilfsbereite und (wegen sprachlicher Probleme) geduldige Kollegen kennen gelernt, zu denen ich sicherlich in Zukunft einen lebhaften Kontakt aufrechterhalten werde.
Einen besonderen Dank möchte ich an dieser Stelle meinem Begleiter Toni Mc Daniel aussprechen, der trotz der vielfältigen Einsätze und Aufträge an diesem Tag jederzeit ein offenes Ohr für meine vielen, neugierigen Fragen hatte und diese stets mit viel Geduld und umfassend beantwortete.

Verabschiedung am Flughafen durch die Kollegen
R. Mack, T. Mc Daniel, T. Jenkins (v.l.) Bericht von Rolf Klaas
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