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2. Angeltour der IPA Montabaur nach Foxford/Irland

vom 11.09.2004 – 18.09.2004

Diesmal hätte es doch klappen sollen. Nach dem mageren Ergebnis der 1. Angeltour –nur zwei untermäßige Hechte waren an die Angel gegangen- sollten es in diesem Jahr schon ein paar ausgewachsene Lachse sein, die wir mit nach hause nehmen wollten. Aber, wie so oft im Leben, Wunsch und Wirklichkeit lagen weit auseinander. Die Ausläufer des Hurrikans Iwan machten uns einen dicken Strich durch die Rechnung. Sturm und wolkenbruchartige Regenfälle die ganze Woche lang. Nur ab und an blitzte die Sonne kurzzeitig durch eine Wolkenlücke. Getreu dem Motto hochmotivierter Angler:

Es gibt kein schlechtes Wetter, nur unangepasste Kleidung, starteten wir zwei massive Angelversuche am Lough Conn und Lough Cullin, zwei großen Seen mit Flussdurchlauf. Beide Versuche mussten nach kurzer Zeit eingestellt werden, da uns das Wasser zum Genick hinein- und aus den Hosenbeinen herauslief. Zum Glück befand sich unweit der Angelstelle das Pontoon-Bridge-Hotel. Bei irischem Wiskey (wir empfehlen Jameson) und einigen Gläsern Guinness trocknete die Kleidung und hellte sich unsere Stimmung auf.

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Eines war klar, angeln würden wir bei diesem Sauwetter nicht mehr. Natürlich konnten wir uns auch nicht jeden Tag der Trunksucht hingeben. Also beschlossen wir, die unwillkommene Gelegenheit zu nutzen und uns jeden Tag eine andere Gegend anzusehen. Erstes Ziel war die Gardastation in Ballina. Ein altehrwürdiges Gebäude mit entsprechenden Innenräumen und adäquater Innenausstattung. Nur der Computer im Wachraum störte das Gesamtbild. Sergeant John versicherte uns aber, dass ein Neubau fast fertiggestellt und im nächsten Jahr bezugsfertig sei. In der Gardastation verrichten 35 Polizeibeamte ihren Dienst. Sie sind zuständig für die Stadt Ballina und einige Vororte.

Nach der Übergabe unseres IPA-Wimpels verließen wir den freundlichen Kollegen und schauten uns die am River Moy gelegene Stadt an. Eine Unmenge Pubs zeugt auch in dieser Stadt von der Trinkfreudigkeit der Iren. Das auf dem Foto abgebildete Hinweisschild erregte unsere Aufmerksamkeit und unsere Gemüter. 1.900 € muss derjenige zahlen, der eine Zigarettenkippe aus dem Autofenster wirft. Diese Tatsache ist umso erstaunlicher, als die Iren ansonsten nicht allzu sorgfältig in ihrem Umgang mit Müll sind. Unser nächstes Ziel, Downpatrik Head, eine über hundert Meter hohe Steilküste im Norden Irlands mit einem vom Ufer abgelösten turmartigen Felsgebilde, zeigte sich uns sturmumtost in aufgepeitschter See, deren schaumbekronte Wellen in fünfzig Metern Höhe mit ungeheurer Wucht gegen die Felsen brandeten und die Gicht über den Küstenkamm aufsteigen ließ; ein Naturschauspiel, mit Demut erzeugender Wirkung auf unser Gemüt. Achill Island, eine Insel mit Brückenanbindung an das „Festland“, im Nordwesten von Irland gelegen, empfing uns mit Sonnenschein und böigen Winden.

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Die weiten, völlig menschenleeren Sandstrände und die sanft ansteigenden grünen Hügel des Hinterlandes mit weidenden Rindern und Schafen, mit verstreut daliegenden kleinen, weißen Bauernhäusern, vermittelten uns das Bild von Irland, wie wir es von den Werbebroschüren her kannten; wahrlich ein kaum zu überbietender Kontrast zu dem vorher Gesehenen.
Ich könnte noch seitenlang über unseren Trip nach Irland berichten, über seine freundlichen Menschen, und deren gelassene Lebensweise, über seine einzigartige Natur, die in Europa fast ohne Beispiel ist, über den Kontrast zwischen Altem und Neuem und, und, und...; es würde den Rahmen einer Berichterstattung sprengen.
Nur noch soviel. Fahrt hin und schaut euch Irland an, ehe es sich den EU-Normen angepasst hat. Die vermeintliche „Moderne“ mit ihren konsumtiven Errungenschaften hält schon überall Einzug und verdrängt das alte Irland mit seinen liebenswerten Eigenschaften.

Bericht von Fritz Schwind